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Du rennst.

Nicht, weil jemand es befiehlt. Nicht, weil du Hoffnung hast. Du rennst, weil hinter dir etwas kommt, das nicht aufzuhalten ist.

Der Boden bebt unter deinen Füßen. Schwarze Erde springt auf, Steine platzen, als würde die Welt selbst vor Schmerz schreien. Über dir hängt ein Himmel ohne Sterne. Er glüht nur noch in einem fernen, unmöglichen Gold.

Neben dir stolpert jemand. Eine Hand greift nach deinem Arm.

Du kennst diese Hand.

Du willst dich umdrehen. Willst helfen. Willst den Namen rufen.

Dann trifft das Feuer.

Es fällt nicht vom Himmel. Es bricht aus der Dunkelheit vor euch hervor.

Eine Welle aus Weiß, Gold und etwas so Heißem, dass dein Verstand keinen Namen dafür findet. Der Mensch neben dir schreit nur einmal. Dann bleibt nichts von ihm zurück als ein Schatten, der sich für einen Herzschlag in den Boden brennt.

Du rennst weiter.

Überall um dich herum brechen Gestalten zusammen. Manche tragen Waffen. Manche versuchen, andere hochzuziehen. Manche beten. Manche flehen nach ihren Müttern, nach ihren Göttern, nach irgendetwas, das sie hören könnte.

Doch nichts antwortet.

Nur das Feuer.

Du siehst ihn endlich.

Er steht zwischen den Flammen, als gehörten sie ihm.

Groß. Unbeweglich. In seiner Hand eine lange Lanze, deren Spitze in goldenem Licht glüht. Seine Haare sind weiß wie Asche im Wind. Auf seiner Stirn brennt ein Stein wie ein kleiner Stern.

Sein Gesicht ist kein Gesicht mehr, das du verstehen kannst.

Es ist Hass.

Nicht der Hass eines Mannes. Nicht der Hass eines Kriegers.

Der Hass von etwas, das alles verloren hat und beschlossen hat, dass die Welt mit ihm brennen soll.

Jemand stürzt vor dir auf die Knie.

Du erkennst ihn.

Er hebt den Blick zu dem weißen Krieger, als könnte er ihn bitten, als könnte er ihn noch erreichen.

Die Lanze fährt durch seine Brust.

Kein Kampf. Kein Zögern.

Nur ein einziger, sauberer Stoß.

Das Feuer folgt der Klinge in seinen Körper. Es frisst ihn von innen auf, bis sein Schrei zu Licht wird und sein Licht zu nichts.

Dann sieht er dich.

Seine Augen finden deine.

Und plötzlich weißt du, dass du nicht entkommen wirst.

Du drehst dich um. Versuchst zu rennen. Deine Beine tragen dich noch drei Schritte.

Die Lanze trifft dich zwischen den Schulterblättern.

Der Schmerz ist nicht zuerst Schmerz.

Es ist Kälte.

Eine furchtbare, tiefe Kälte, weil du begreifst, dass etwas in dir endet. Dass jede Erinnerung, jeder Name, jedes Gesicht, das du je geliebt hast, gleich mit dir vergehen wird.

Dann kommt das Feuer.

Es dringt in dich ein, breitet sich durch deine Brust aus, durch deine Kehle, durch deinen Kopf. Du kannst nicht schreien. Du kannst nicht atmen. Du kannst nur fühlen, wie du verschwindest.

Vor dir steht der weißhaarige Krieger.

Er hält dich auf seiner Lanze fest.

Sein Blick ruht auf dir, voller grenzenloser Wut.

Und während das Feuer dich auslöscht, verstehst du nur eine einzige Sache:

Er wird nicht aufhören.

Dann wachst du auf.

Der Weltenbrand im Traum